seit den 80er Jahren umgebe ich mich mit Hunden. Fertigfutter lernte ich erst 1990 kennen, da es das nicht gab wo ich her komme. Hunde wurden mit Essenresten und Schlachtabfällen ernährt.
Mein Pudel/Schnauzer Mix Joshi, den ich 1992 aus dem Tierheim zu uns holte, fütterte ich nur mit Fertigfutter. Ich fand das eine sehr saubere und einfache Sache. Nach seiner Kastration wurden die Portionen immer kleiner, es war noch eine handvoll. Joshi wurde 12 Jahre alt und verstarb bei einem Autounfall 2004.
2005 kam Zorro mit 8 Monaten aus dem Tierheim Freiburg zu uns. Zorro ist ein sehr unsicherer und nicht einfacher Hund. Er bekam auch nur Trockenfutter, welches ich auch beim täglichen Training verwendete. Es stellte sich heraus, daß er einen ausgeprägten Jagdtrieb hat und ich natürlich mit Trockenfutter keine Chance mehr hatte. Mit Spielzeug konnte ich nicht arbeiten, da er dann völlig überdrehte. Also mußte ich mir seine Verfressenheit zu Nutze machen. So fing ich an mit Pansen, Wiener, Käse, Fleischwurst und Katzenfutter zu arbeiten. Gemeinsam mit einer Hundetrainerin konnten wir langsam Übungen aufbauen, unterstützend gaben wir noch Bachblüten. Ich arbeitete mit Futterbeutel, hiermit begannen wir das apportieren. Weiterhin benutze ich alte gefüllte Socken, zur Schleppe. Mir wurde geraten ihn kastrieren zu lassen, mit der Begründung, daß er dann konzentrierter arbeiten kann, so ließ ich ihm im Sommer 2007 ein Depotgestagen (chemische Kastration) spritzen. Es änderte sich an seinem quirligen Wesen nichts, außer daß ich wieder das Futter reduzieren musste und er 2 kilo mehr auf den Rippen bekam. Dazu möchte ich sagen, daß ich kein Kastrationsgegner war, aber Zorro hat keine Leinenaggressionen, ist weder Liebeskrank und versteht sich mit seinen Artgenossen, also sah ich keinen Sinn in der Kastration. Es läßt sich vermuten daß er eine schlechte Prägungsphase hinter sich hat, hier wurde sicherlich viel versäumt. Wir haben jeden Tag mit ihm zu arbeiten. Er verzeiht mir auch keine Fehler, diese werden von ihm schamlos ausgenutzt und werfen uns Tage zurück. Daß das Trockenfutter bei solch einen geringen Gewicht soviel Energie hat, gab mir aber die ganze Zeit schon zu denken. Er bekam zur Beschäftigung und zum Streßabbau immer mal einen Markknochen, was ihm sichtlich Spaß machte. Jetzt würde ich ihm diese nicht mehr geben, da die Gefahr, daß der Hund erstickt schon gegeben ist. Außerdem zerbiß er die Knochen, was für das Gebiß auch nicht gerade gut ist. Ich beschäftigte mich immer mehr mit BARF, meine Anfänge startetete ich mit grünen Pansen. Blanca kam im Juli zu uns und hatte stark riechende Durchfälle. Ich fing an sie mit Putenfleisch, Reis und Hüttenkäse zu füttern. Jedesmal, wenn ich wieder auf Trockenfutter ging, begann ihr Durchfall von Neuem. Außerdem entwickelte sie einen Analbeutelabszeß, wahrscheinlich durch den ständig weichen Kot.
So kam ich entgültig zum Rohfutter, meine Bedenken, daß es zu teuer ist und mehr Arbeit macht, bestätigten sich nicht.
Für mich war beindruckend, wie schnell Zorro abnahm und die Zähne wieder weiß wurden. Blanca begann Muskelmasse aufzubauen und ihr Fell wurde wieder dicht. Es machte richtig Spaß Beiden beim Fressen zuzuschauen.
Unser Futterplan sieht sehr einfach aus. Ich füttere morgends pro Hund 200g Gemüse mit Lachsöl oder Thunfisch, dazu gebe ich ein Eßlöffel Hüttenkäse, Jogurt oder Quark. Zweimal in der Woche bekommt jeder Hund ein rohes Ei mit Schale untergemischt. Nachmittags gebe ich Schlund als Knapperspaß, oder wenn es Knochenmahlzeit gibt füttere ich diese aus der Hand. Ansonsten bekamen Blanca(30kg) 400g und Zorro(40kg) 600g Fleisch-/Knochen- mahlzeit abends .Ansonsten gebe ich mal mehr oder weniger je nach Gewicht. Alle Produkte die ich anbiete verfüttere ich auch an unsere Hunde. Wie oft ich Knochen gebe, mache ich abhängig von der Konsistenz des Kots. Bei Blanca versuchte ich den Kot fester zu halten auf Grund ihres Analdrüsenproblems. Einmal pro Woche gebe ich auf jeden Fall Knochen. Habe ich Reis, Nudeln oder Kartoffeln von unseren Mahlzeiten übrig, füttere ich diese anstatt Gemüse. Das ist aber sehr selten, da ich normalerweise Getreidefrei füttere. Ob mit Getreide oder ohne muß jeder für sich selber entscheiden. Es gehört jedenfalls nicht in die Hundeernährung
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Ernährungsberater Hund gibt es so nicht. Ich staunte schon als ich das Internet durch suchte, daß sich Leute "Ernährungsberater Hund" nennen und sich als zertifiziert bezeichnen. Ich bin seit 1979 in der Humanmedizin tätig und seit über 15 Jahren in der Intensivmedizin. Dadurch habe ich den Vorteil Ernährung, Physiologie, Anatomie und Biochemie leichter zu verstehen, weil das meine tägliche Arbeit ist. Man kann vieles auf den Hund ableiten und Zusammenhänge einfacher verstehen. Meine Lieblingslektüren sind "Die Ernährung des Hundes" von Meyer/Zentek dieses Buch ist eher wissenschaftlich. Außerdem Swanie Simon, welche meine Favoritin in der praktischen Durchführung der Rohfütterung ist und ich Jedem der roh füttert nur empfehlen kann. Natural Dog Food Autor: Susanne Reinerth ist auch empfehlenswert um einige zu nennen. Außerdem Besuche ich Seminare, welche sich mit der Fütterung des Hundes beschäftigen und stehe im ständigen Kontakt mit einer Tierheilpraktikerin. Trotz der theoretischen Grundlagen bin ich auf meine Kunden (Vierbeiner) angewiesen, welche uns immer wieder neue Erfahrungen lehren. Für mich ist es immer wieder beeindruckend, wie sich Hunde nach Beginn der Rohfütterung entwickeln. Die meisten Vierbeiner hatten vorher Haut-und Fellprobleme, Probleme mit dem Magen-Darmtrakt oder Skelett und Gelenken, welche sich verbessern bzw. ganz behoben sind. Hunde die Roh ernährt werden zeigen auch mit Ablehnung von bestimmten Nahrungsmitteln was ihnen gut tut und was nicht. Meine Blanca ist das beste Beispiel. Wichtig ist mir auch der persönliche Kontakt zu den Hundehaltern um bei Problemen und Erkrankungen gegensteuern zu können. Rohfütterung bei einem gesunden Hund ist sehr einfach. Die Herausforderung beginnt bei Hunden die Jahrelang mit Fertigfutter ernährt wurden oder schon erkrankt sind. Hier finde ich eine Begleitung wichtig, da das Futter induviduell angepaßt werden muß. Außerdem gibt es rassespezifische Eigenschaften wie z.B der Dalmatiner oder Herdenschutzhunde um einige zu nennnen und es besteht nochmals ein Unterschied zu den richtigen Arbeitshunden. Außerdem lehne ich bei gesunden Hunden ein zu Füttern von Futterergänzungsmitteln ab. Der Hund wird irgendwann seine Eigenproduktion z.B. von Vit C, Schildrüsenhormonen oder Enzymen einstellen. Ich bin absolut der Meinung einiger Autoren, daß die Rohfütterung nicht eine Erfindung der Menschen ist, sondern Hundetypisch.
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